Die drei Fahnen

Der Nebel legt sich leise über die kleine Vorstadt in der Nähe der drei wehenden Fahnen. Weiße Fahnen. Nichts stand auf ihnen. Doch sie werden gehisst in der Hoffnung jemand bermerke sie. Jahre lang hisst der ganz normale Mann diese drei Fahnen. Aber keiner der 200 Seelen seines Örtchens hat ihn je drauf angesprochen. Er hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben, als er eines morgens aufwachte und seine am Boden liegenden Fahnen bemalt waren. In einer Sprache die er nicht kannte war etwas darauf geschrieben worden. Es sah nicht wie das Gekrackel eines Kindes aus, sondern vielmehr wie die schön geschwungende Handschrift einer Frau. Er wunderte sich sehr. An diesem Tag hisste er seine drei Fahnen nicht. Viele Menschen die an seinem Haus vorbeikamen, und das waren ziemlich viele, da er auf dem Weg zum Tante-Emma-Laden wohnte, fragten ihn warum er sein Ritual gebrochen habe. Er zeigte ihnen die Fahnen, aber niemand kannte die Sprache. Er war enttäuscht. Und nach zwei wöchiger ergebnisloser Suche nach jemanden der seine Fahnen verstehen konnte, war er entschlossen sie nie wieder aufzuhängen. Irgendetwas war wunderbar an dieser in rot geschriebenen Schrift. Er erwachte schweißgebadet und rannte nach unten in seinen großen Garten zu den drei Fahnen. Und plötzlich verstand er sie.
31.3.08 20:16
 


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